Geburt eines neuen Sam Coupe :
Sam in a Bottle

Am 29.01.2005 ist es nun soweit. Pünktlich an meinem 42. Geburtstag steht ein funktionierender SAM bereit, die Geburtshelfer haben am Tag zuvor mit Lötkolben, Schaltplänen, Mühlen-Kölsch und Kaffee dazu beigetragen, daß ich nun einen frisch geborenen Sam-in-a-Bottle begrüßen kann!

Bild oben:
Wolfgang Haller, Dieter Hucke, Dirk Berghöfer beim planen.

 

Bild links:
Alexander Bernotat, Röhrenradioprofi, SAM-Versteher und alte-Autos-Liebhaber. Er gab den entscheidenden Tip zu dem ATOM-Interface (weiter unten wirds genauer beschrieben)

Aber der Reihe nach:

Dieses Jahr wollte ich mit Freunden zusammen in meinen Geburtstag reinfeiern. Also trafen wir uns am Freitag davor: Dirk Berghöfer, (Edertal),  Alexander Bernotat, (Knickhagen),  Wolfgang Haller (Köln) und ich. Als Ziel hatten wir uns vorgenommen, den noch unfertigen Sam endlich "einzuweihen". Ich hatte nämlich  von Wolfgang Haller eine SAM Platine bekommen, diese in ein Siemens-PC Gehäuse eingebaut und in den letzten Wochen zuvor mit Netzteil und den ganzen Anschlüssen versehen. Um mit dem SAM gut arbeiten zu können, fehlte ein ganz wichtiges Teil: das ATOM Interface zum Anschluß der Festplatte.

Das ATOM Interface ist eine Platine mit einigen IC drauf,
Wolfgang Hallers Exemplar sieht so aus (Bild unten : ) 

Wechselbilder

Was ist ein SAM ?

Kurz die Leistungsdaten:

  • Z 80 B Prozessor mit 6 MHz
  • 512 KB RAM
  • SCART, MIDI, Stereo out
  • SAA 1099 Philips Soundchip
  • 4 Grafikmodi, einer kompatibel zu Sinclair ZX Spectrum
  • sehr gut erweiterbar
  • Festplatte und CD-ROM über Interface
  • Leistungsstarkes BASIC

Bild oben : Zuerst habe ich ein Gehäuse des Siemens PC PCD-4 genommen, alle "Innereien" entfernt, und die SAM Platine mit Abstandshaltern eingebaut. Dabei habe ich absichtlich die Platine NICHT ganz nach hinten gesetzt, obwohl ich dadurch auf das bequeme nutzen der Schnittstellen verzichte. Mein Ziel war, möglichst viel innerhalb des Gehäuses unterzubringen. Dafür brauche ich aber den SAM Systembus, der war also sowieso nach aussen nicht mehr verfügbar.

Nachdem die Platine etwa mittig auf den Abstandshaltern saß, kam ein Schaltnetzteil 5 / 12 Volt dazu. Das Sam-spezifische Netzteil brauche ich also nicht. Dann baute ich in die Rückwand eine Anschlußplatte aus Plexiglas ein, dort sind jetzt die Anschlüsse für 220V AC, SCART, Multifunktionsbuchse, ein Resetschalter und der PS/2 Ausgang für das Keyboard Interface.

Nun nahm ich einen Stecker für den SAM Systembus, und im Grunde führte ich alle Anschlüsse von diesem Bus an die jeweiligen Ausgänge.

Bild links : Dieses Männchen ist das SAM-Logo! Es gibt wohl nicht allzuviele SAM-User, aber diese wenigen haben immer wieder innovative Ideen und Erweiterungen auf Lager. Der SAM galt bei manchen als Sinclair ZX Spectrum Nachfolger, aber das ist nicht richtig, Clive Sinclair hatte überhaupt nichts mehr mit der Entwicklung des Sam zu tun. Aber der SAM kann den Spectrum emulieren, hat auch einen eigenen Grafikmodus dafür. Die “echten” Sam Programme sind allerdings wesentlich besser.

Bild rechts :

Zwischendurch habe ich meine Freunde zum Geburtstagsessen eingeladen! Wir waren in Bad Wildungen in einem Balkan-Restaurant. Der Name ist mir entfallen, sonst würde ich es weiterempfehlen !

Dirk Berghöfer, Dieter Hucke, Alexander Bernotat

Bild rechts:

Hier ist übrigens ein besonderes Detail :

Wolfgang Haller (links neben Dirk) verläßt sonst nie den Kreis Köln ohne seinen Kasten Kölsch dabei.
Aber hier im Restaurant hat er sich der hessischen Lebensart gebeugt und offensichtlich (!) sein kühles helles P.I.L.S genossen .... na denn Prost !

Wolfgang Haller ist im August 2010 an einer inneren Blutung verstorben.
Wir werden ihn nicht vergessen!

 

So ging es dann weiter : .

ATOM IDE-Interface (Bild oben :)

Dies kostete uns Nerven und Zeit. Die  Platine, die ich erhalten hatte, ist sehr gut gemacht. Für mich war es ungewohnt, IC-Fassungen auf die Leiterbahnen aufzulöten, aber es ging prima. Da ich in dem Gehäuse eine andere Platzeinteilung habe, konnte ich auf die Winkelstecker verzichten, und die Anschlüsse direkt auflöten. Nachdem wir fertig waren, erfolgte ein erster Test: nichts ging. Nach und nach fanden wir zwei Lötstellen, die keinen Kontakt hatten, aber das Atom wollte nicht booten.

Wir versuchten es mit Diskette: auch hier kein Erfolg. "Missing Disk" war die einzige lapidare Meldung. Hier zeigte sich mal wieder der Vorteil eines Clubs: Schnell kam heraus, daß das SAM ROM mit dem DOS auf Diskette nichts anfangen konnte. Dirk brannte ein neues EPROM mit einer neueren Version, danach konnte der SAM von Diskette booten. Nun kam ein DIR von der Festplatte. Die Directories der vorbereiteten Festplatte wurden angezeigt, aber mit Fehlern in den Dateinamen. Immer wieder kam der Verdacht, daß die ICs nicht das richtige Timing oder den richtigen Pegel hatten. Wir verglichen die IC Typen. Ein 74LS138 war anstelle eines 74HCT138 eingesetzt, und  Alexander  vermutete,  daß der IC nicht richtig arbeitet. Nachdem wir den richtigen Typ eingesetzt hatten, kam ein neuer Versuch, von Festplatte zu booten : BINGO es klappte!!

Bis spät in den Morgen montierten und testeten wir CD-ROMS und die Soundmöglichkeiten des SAM, manchmal waren wir nicht besser als eine Horde spielwütiger Kinder, manchmal konzentriert über einen Schaltplan gebeugt und am beraten. Mir hat das total viel  Spaß gemacht!

 

So kam mein SAM am 29.1.2005 erstmals richtig zum Leben, und ich freue mich riesig, daß wir diese "Geburt" zusammen erlebt haben.


Im übrigen war dies mein schönster Geburtstag seit langem, und ich bin sehr froh, daß wir uns diesen “Herrenabend” gegönnt haben!

 

 

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