Die Diemel  (25. und 26.9.2021)

 

Eine Zweitagesreise über 30 Kilometer
von 34396 Haueda (Liebenau) bis 34385 Helmarshausen (Bad Karlshafen)


 Zweite Etappe (26.09.2021): Von Trendelburg bis Helmarshausen

 

Zur ersten Etappe: Diemel von Haueda bis Trendelburg

 

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Am nächsten Morgen (Sonntag, 26. September) setzten wir unsere Reise fort. Diese zweite Etappe war deutlich kürzer als die erste, nämlich etwa fünfzehn Kilometer. Nur ein einziges Wehr zum umtragen wartete in Wülmersen auf uns, so gingen wir entspannt und munter auf die Reise. Die Diemel ist auf dieser Strecke grösstenteils naturbelassen, etliche Baumwurzeln ragten ins Wasser, am Ufer bilden Büsche und Wurzeln viel Schutz für die Tierwelt. Mir kam der Fluß relativ sauber vor, auch wenn einige Plastikabfälle und andere Gegenstände in den Sträuchern die Schädigung und Verschmutzung durch den Mensch immer wieder deutlich machten.

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Nach kurzer Zeit sieht man auf der linken Seite noch den oberen Teil der 130 Meter hohen Trendelburg. Die Diemel umrundet von Südwesten kommend den Ort in einer grossen Linkskurve, bis sie bei Kilometer 16 in einer Rechtskurve Richtung Deisel weiterfliesst. Wenn doch nur in dieser Rechtskurve ein Anlegesteg wäre, könnte man am Supermarkt “Frank Müller” einkaufen und pausieren.
Stadt Trendelburg, wenn ihr DAS hier lest, wäre das eine gute Idee??

Aber es gibt keinen Anlegesteg, nur idyllische Ufer, alte Bäume, manchmal Enten und Fischreiher, einige Angler. Ende September ist keine Saison mehr zum Bootfahren, aber zum einen hatten wir mit dem Wetter wirklich Glück, und außerdem war es schön, die Diemel (fast) ganz für uns zu haben :-)

Kleinere Schwalle wie der im folgenden Bild waren eine willkommene Abwechslung, allerdings wird das Wasser sehr flach, unser Boot setzte manchmal auf Grund auf, oder kratzte an den Steinen entlang, was für den Kunststoffboden des Bootes immerhin ein gewisses Risiko darstellt.

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Bild oben:
Die Sonne war an diesem Morgen schon kräftig unterwegs; und auch, wenn wir nur ca 18 Grad erreichten, war die Temperatur für die Reise ideal. Der sonnige Morgen und die herrlichen Aussichten auf die Diemel, die Tiere und die Natur ließen mich für eine Weile vergessen, daß eine Corona-Pandemie, Katastrophen, Krieg und Elend diese Welt beherrschen. Bitte nicht falsch verstehen, ich will diese Dinge auf keinen Fall kleinreden. Aber es tat wirklich gut, für eine Weile in dieser völlig anderen “Welt” alle Sorgen und Probleme zu vergessen, und entspannt den Morgen zu genießen.

Etwa bei Kilometer 14 kam rechtsseitig ein Ausstieg in Sicht, am sogenannten Carlsbahntunnel, der sich 200 Meter durch den Berg zieht.

Vorweg, der Tunnel wurde wegen Vandalismus gesperrt, jemand hatte die Beleuchtung geklaut. Was wie ein schlechter Scherz wirkt, ist laut der Beschilderung eine Tatsache. Wir durften den Tunnel nicht betreten. Immerhin haben Fledermäuse der Gattung  “Grosses Mausohr”  diesen Lebensraum für sich entdeckt, da will ich gerne zurückbleiben, um die geflederten Mäuse nicht zu stören :-)

Nachfolgend einige Fotos des Einganges und der Beschilderung:

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Die weitere Reise verlief ohne besondere Höhepunkte. Bei Kilometer 12 führt noch eine einfache Fußgängerbrücke über die Diemel, sie verbindet linksseitig den Ort Deisel mit dem Nordausgang des Carlsbahntunnels. Es gibt dort keine Anlegemöglichkeit (Bild unten).

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Übrigens ist der Ort Deisel für einen Bootsfahrer mangels Anlegemöglichkeit schlecht zu besuchen, aber dort ist neben dem oben erwähnten Carlsbahntunnel noch eine besondere Sehenswürdigkeit, Reste der altertümlichen Wallburg  “Hahn”  westlich von Deisel.

Bild unten:
Die Brücke verbindet die B83, die links von der Diemel entlang läuft, mit dem Ort Wülmersen, der wohl vor allem durch das angrenzende Wasserschloss aus dem 12. Jahrhundert bekannt wurde. Kurz nach dieser Brücke kommt das Wehr Wülmersen in Sicht.

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Bild unten: das Wehr Wülmersen, Ausstieg auf der rechten Seite. Dort sollte man sich tatsächlich sehr weit rechts halten, auch wenn der Mittelsteg anscheinend zum Aussteigen einlädt, man kommt von dort nicht an Land! Nachfolgend einige Bilder:

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Kurz bevor man Helmarshausen erreicht, sieht man schon von weitem die Krukenburg auf dem Waltersberg. Laut Wikipedia war dies einmal eine christliche Kultstätte, der Grundriss in Form eines Kreuzes und ein inmitten der Anlage errichteter Kirchenbau sprechen laut den Historikern dafür.

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Bald darauf nähert man sich der Wehranlage Helmarshausen.

Es heisst in einschlägigen Diemel- Bootsführern : “erstes Wehr Helmarshausen, links von der Wehrkrone aussteigen”, danach “zweites Wehr Helmarshausen: vor der Wehrkrone rechts umtragen”.

Wir konnten das nicht umsetzen, da mittlerweile ein Holztor den Zugang zum Kanal des zweiten Wehres versperrt, und der linke Ausstieg vom ersten Wehr in Privatbesitz ist. Oder wir haben hier etwas gründlich falsch verstanden. Jedenfalls haben wir hier auf Höhe des Abzweigs in den Kanal (rechtsseitig der Diemel, man erkennt das Holztor), auf der linken Seite am Ufer ausgesetzt. Da wir keinen Weg gefunden haben, die Diemel dahinter auf legalen Wegen zu erreichen, haben wir unsere Reise hier beendet. Nachfolgend einige Fotos der Wehranlage Helmarshausen, das erste Foto zeigt unsere Aussetzstelle an der linken Seite:

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So endete unsere “Abschlußfahrt” auf der Diemel im Jahr 2021. Bis auf das Aussetzen in Helmarshausen war unser Wochenende wirklich schön, die Bootstour auf der Diemel ist eine lohnenswerte, wenn auch nicht ganz einfache Reise. Das letzte Stück bis Bad Karlshafen ist mit den weiteren fünf Kilometern bestimmt auch ein schöner Abschluss; ich würde mir wirklich wünschen, daß die Beschilderung und Ausstiegsmöglichkeiten in der Gemarkung Helmarshausen überprüft und verbessert werden. Trotzdem, auch wenn ich mich wiederhole: eine schöne Tour mit vielen reizvollen Gegenden!


Zur ersten Etappe: Diemel von Haueda bis Trendelburg

 

all rights reserved / alle Rechte reserviert. Dieter Hucke, DE-Hofgeismar, Oktober 2021

 

 


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