Die Werra :
Teil 1 von 99817 Hörschel / Thüringen,
nach  99826 Frankenroda / Probstei Zella
 

 

Teil 1: 9.6.2018, Tour von 99817 Hörschel nach 99826 Frankenroda / Zella
Teil 2: 10.6.2018, Tour von 99826 Frankenroda / Zella nach 37281 Altenburschla / Hessen

Hier gehts zur zweiten Tour

 

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Die insgesamt dritte Tour auf der Werra startete diesmal im Kanuclub Hörschel, acht Kilometer westlich von Eisenach. Unsere erste Werratour startete 2003 von Eschwege und war unsere  erste Kanufahrt überhaupt.  In 2008 starteten wir von Creuzburg aus unsere zweite Werratour. Diesmal lag unser Startpunkt nochmals 5 Kilometer vor Creuzburg.

Dadurch, daß wir die Werra nun zum dritten Mal erlebt haben, konnten wir leider feststellen, daß sich die Wasserqualität nicht gebessert hat, die ewigen Salzeinleitungen haben diesen Fluß aus meiner Sicht ruiniert. Der BUND schreibt dazu einen Bericht, der insbesondere die Firma Kali+Salz kritisiert, die zwar Arbeitsplätze schafft, dies aber auf Kosten ihrer Salzeinleitung in die Werra.  Am ersten Tag unserer Tour (9.6.2018) war das Wasser trübe und braun und mit vielen Algen versetzt.

Wir haben also am Kanuclub Hörschel eingesetzt. In Hörschel mündet der kleine Bach Hörsel in die Werra, und hier beginnt  auch der Rennsteig, ein beliebter Wanderweg über 170 Kilometer, der über die Bergkämme vom Thüringer Wald, Schiefergebirge und Frankenwald führt.

So, Schluß mit dem Erdkundeunterricht, die Tour beginnt!

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Michael Sawosch (rechts) und ich an der Einsetzstelle des Kanuclubs Hörschel. Das Bild unten zeigt die Einsetzstelle, der Kanuclub ist von der Hauptstrasse aus gut erreichbar, und wer höflich fragt, darf auch als Nicht-Mitglied sein Boot einsetzen.

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P6093661Direkt nach dem einsetzen taucht man in die Wasserwelt ein, sehr viele Wassertiere und Vögel sind AUF und AM Wasser zu sehen. IM Wasser sieht man keine Fische, weil die Werra zumindest an diesem Morgen eine schmutzigbraune Farbe hatte, mit vielen Algenteilen auf der Oberfläche. 

Es gibt hier noch keine Flusskilometerzählung, die beginnt am Ort Probstei Zella. Rechnerisch waren wir bei Kilometer “minus 25”

An diesem Samstagmorgen gegen 10 Uhr waren wir die einzigen Paddler auf der Werra, erst ab Creuzburg kamen weitere Boote dazu. Das Wasser war relativ warm, laut der Undine Meßstelle Witzenhausen waren es da 23 Grad.

Wir hatten für diese Fahrt wieder das blaue  Gatz Mohawk 490 PE Kanadierboot gewählt, das mit 490 cm Länge und 90 cm Breite  für zwei Personen geradezu bequem viel Platz bietet.

Kurz nach der Abfahrt kam links die hohe Autobahnbrücke der A4 in Sicht. In einer gemächlichen Linkskurve kommt man nach einem Kilometer nach Spichra, wo ein Wehr links umtragen werden muss.

Bild unten: Die Aussetzstelle ist ca 50 Meter vor dem Wehr auf der linken Seite, ein Schild kennzeichnet die Stelle. Das aussetzen ist leicht, ein Bootswagen wird empfohlen, da man insgesamt 100 Meter über steinigen Untergrund laufen muss.

Wehranlage Spichra

 

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Das Wehr gehört zum Wasserkraftwerk der Thüringer Energie-AG und erzeugt im Schnitt 1300 Kilowatt, etwa ein drittel  weniger, als eine einzelne Windkraftanlage moderner Bauart im Durchschnitt erzeugt.

Links im Bild schnallt Michael den Bootswagen unter das Boot, ich hätte ihm sehr gerne geholfen, aber ich musste ja fotografieren :-)

Nach dem umtragen und wiedereinsetzen ging unsere Tour weiter bis zum vier Kilometer entfernen Creuzburg. Da ab hier unsere Tour im Jahr 2008 startete, beschränke ich mich in dem folgenden Bericht auf Ergänzungen, bitte lest gern als Ergänzung den Paddelbericht 2008: Werra ab Creuzburg.

 

 


Die folgenden Bilder zeigen unsere Eindrücke ab Creuzburg über zehn Kilometer bis Mihla, beachtet die Algen auf dem Wasser und die stellenweise spiegelglatte Werra, die nur sehr wenig Strömung aufwies:

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Bild oben: Eines der eher seltenen Fotos von mir :-) Aufgenommen in Creuzburg in ca 100 Meter Entfernung von der Aussetzstelle, dort ist ein kleiner Imbiss, durchaus leckeres Essen.

Bild unten: Eine ganz andere Ansicht der Creuzburg, von der Werra aus entstanden:

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Die Creuzburg schaut auf eine lange Geschichte seit 1165 zurück, der Wikipediaartikel Creuzburg  ist sehr informativ.


Bild unten: Noch in Sichtweite der Creuzburg kommt diese Brücke in Sicht. In der Mitte ist Kies aufgehäuft, es sind grosse Plastiksäcke mit Steinen darin aufgehäuft. Wir haben diese Brücke problemlos unter dem linken Bogen passiert.
Das ist etwa 24 Kilometer vor Probstei Zella, bei der dann Kilometer null beginnt.

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Bild unten: Eine Bergwand kommt linksseitig in Sicht, sie bildet den Creuzburger Werradurchbruch, der von Hörschel bis Wilhelmsglücksbrunn in mehr und weniger starken Ausprägungen als Bergkette verläuft. Ausser der Tierwelt verläuft der Fluß durch absolute Stille!

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Wasserkühlung!

Unschwer zu erkennen, ich hab die Füße ins Wasser gestreckt, das nach Creuzburg etwas klarer wurde. Das Wasser war angenehm warm, wir liessen uns eine Zeitlang treiben, und haben die Stille genossen.

Wir hatten uns mit Sonnenmilch eingedeckt, und zusätzlich mit Autan, um die vielen Mücken, Schnaken und Fliegen fernzuhalten. Stellenweise konnte man dichte Schwärme von Insekten sehen, die sich im Schatten der Bäume sammelten.

Wir haben eine Wasserschlange gesehen, die aber schon zu weit entfernt war, bevor ich zum fotografieren kam. Es ist sehr wahrscheinlich eine grüne Ringelnatter gewesen.

 

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Bild oben: Mihla ist eine der ältesten Siedlungen Thüringens (erstmals 780 in einer Schenkungsurkunde erwähnt), und   kann einen sehr aktiven Wassersportclub aufweisen, der weit mehr als nur Bootstouren anbietet. Die Anlegestelle liegt rechts, 10 Kilometer vor Probstei Zella.

Bild unten: (Achtung, dieses Bild ist HINTER dem Wehr aufgenommen worden)
Bei Mihla ist noch ein Wehr, welches man auf der rechten Seite umtragen muss. Das geht leicht, Aussetz- und Einsetzstelle sind gut ausgebaut. Es gibt Beschreibungen, wonach man links aussetzen und 250 Meter umtragen soll, das KANN man machen, ist aber ein Umweg und nicht sinnvoll.

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Die letzte Etappe vor der Probstei Zella, bei der wir übernachtet haben, führt von Mihla bis Frankenroda. Kurz vorher führt eine auffällige Fußgängerbrücke mit blauen Auslegern über die Werra, kurz danach, drei Kilometer vor der Probstei, liegt rechtsseitig der Naturcampingplatz Frankenroda. Wer diesen Platz mit Google sucht, wird oft zum Campingplatz der Probstei Zella geführt, beide liegen nur einen Kilometer auseinander. Im Zweifel vorher anrufen.

Nach Frankenroda kommt nach einem Kilometer rechtsseitig der Campingplatz der Probstei Zella in Sicht.
 Hier sind ein Restaurant, Campingplatz, Pferdeställe, Zimmer, Bogenschiessen und wandern angesagt. Wir haben auf diesem Campingplatz übernachtet und können die Probstei empfehlen. Wir waren überrascht, wieviel Menschen in dieser entlegenen Probstei ihren Urlaub verbrachten.

 

 

Bericht von Dieter Hucke, 37124 Rosdorf / Niedersachsen.
Die Aufnahmen wurden gemacht mit der Olympus TG 810
Juni 2018, all rights reserved

 


Teil 2: 10.6.2018, Tour von 99826 Frankenroda / Zella nach 37281 Altenburschla.

Hier gehts zur zweiten Tour

 

 

 

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