Paddeltour 2011: die Lahn ab Solms / Oberbiel / 20.5. -22.5.2011
(über Weilburg bis Limburg)

Die Lahn scheint mir ein echter Touristenmagnet zu sein. Das liegt sicher auch daran, daß die gesamte Strecke durch viel Natur führt, mit Radwegen, kleinen Dörfern und Städten, mit vielen Tieren, die man in freier Natur hier in Deutschland kaum noch zu Gesicht bekommt. Die Lahn ist aus Paddlersicht sehr gut dokumentiert.

Hier kommt nun unsere Paddeltour, die vom 20. - 22. Mai 2011 stattfand!

Auf der Tafel sieht man die Lahn mit ihren vielen interessanten Sehenswürdigkeiten. Die Tour startete am Freitag mit Michael und Jürgen, ich kam erst am Samstag dazu. Die erste Etappe führte von Solms-Oberbiel nach Weilburg, über Solms, Leun und Biskirchen.

Von dieser ersten Etappe gibt es leider keine Fotos, die Strecke ist sehr schön, und auch dort gibt es Schleusen und viel Natur. Der Höhenunterschied von Wetzlar bis Limburg beträgt übrigens gute 35 Meter! Angesichts der vielen Schleusen, die schon allein jede gut 3 Meter Unterschied bewirken, ist dies kein Wunder

Schleuse Solms-Oberbiel : Lahn-KM 19,4

Bild oben: Das sind also wir drei, Michael, Dieter, Jürgen, an der Einsetzstelle in Weilburg!

Lahn-KM 39,5

Dieser Tunnel erwartete uns am Samstagmorgen, als wir in Weilburg unser Boot fertigmachten. Gleich dahinter erwarten uns die ersten beiden Schleusen, die wie alle anderen auch, handbetrieben sind. Letztlich müssen sich zwei oder mehr Paddler erbarmen und die Schleusen fluten und öffnen. An einigen Schleusen fehlte jegliche Bedienungsanleitung, aber es ist an sich logisch, was man tun muss, um die nächste Etappe zu starten.

Bild unten: Nachdem wir die Doppelschleuse hinter uns gelassen und dadurch etwa 5 Meter abwärts geschleust wurden, öffnete sich die Lahn herrlich ruhig. Die vielen Paddler verloren sich bald, denn jedes Boot war unterschiedlich schnell. Die Lahn ist hinter Weilburg breit und ruhig, so gut wie keine Bebauung, aber auch so gut wie keine Anlandemöglichkeit ausserhalb der vorgesehenen Plätze.

Das Anlanden links und rechts ist nicht erlaubt. Wir fanden es richtig, denn manche Zeitgenossen hinterlassen sonst eine Spur der .......
Zivilisation ????

Das Wasser der Lahn war jetzt Ende Mai nicht sauber. Es könnte durch die vorangegangenen Regenfälle sein, aber manchmal lag ein etwas modriger Geruch in der Luft, so daß wir glauben, daß manche Kläranlage nicht mehr ganz in Ordnung ist, die ihre Abwässer in die Lahn leitet. Dennoch scheint mir die Lahn sauber genug, um darin zu baden, oder zu kentern?? Wir werden sehen!

Bild links: Blick auf das Weilburger Schloss, Teil einer sehr grossen Stadtbefestigung. sehr sehenswert!

Weilburg hat sich auf Tourismus eingestellt. Neben einem Kanuverleih gibt es Stadtführungen, Wohnmobil- und Campingplätze, Schiffahrten mit der “Wilhelm von Nasssau”, wo man die Lahn bequem ohne zu paddeln geniessen kann

Als nächstes erreichten wir die Schleuse Kirschhofen. Auch diese Schleuse ist handbedient. Bis das Eingangstor sich öffnete, hatte sich eine beachtliche Anzahl Paddelboote eingefunden. Die nachfolgenden Fotos zeigen die bunte Schar von Paddlern an der Schleuse

Man sieht ein ganz schönes Gedränge. Da viele Paddler noch keine Erfahrung hatten und einige ganze Bierkästen mit an Bord hatten, gab es manch brenzlige Situation, insgesamt kenterten vier Boote während unserer Reise. Die Stimmung war aber super, es war herrliches Wetter!

 

Foto unten : diese Libelle hatte sich gerade die Zeit unserer Mittagspause ausgesucht, um an einer Treppe aus ihrem Kokon zu schlüpfen. Sie verharrte etwa 15 Mnuten bewegungslos, und war dann verschwunden.

Während unserer Pause hinter einer Schleuse kamen neue Gruppen von Paddlern an, die Schleuse war im Grunde ständig in Betrieb. Ein Schleus-Vorgang dauert von der Einfahrt bis zum verlassen etwa 20 Minuten

Dann erreichten wir die Schleuse Fürfurt (Lahn-KM 51). Obwohl die Schleuse für viele Paddelboote reicht, war an diesem Tag ein reges Gedränge. Da gibt es auch viele “Sonntagspadler”, und manche Flasche Bier trägt dazu bei, daß manche Boote kentern!

VORHER

NACHHER

Aber auch uns hat es gleich darauf erwischt! Als sich das Schleusentor am Ausgang öffnete, verkeilte sich ein Paddelboot in der seitlichen Führung des Scharniers und drohte ebenfalls zu kentern. Beim Versuch zu helfen, geriet auch unser Boot aus dem Gleichgewicht und ... ZACK - konnnten wir ebenfalls die Lahn auf ihre Badetauglichkeit testen! Ausser einer kleinen Digitalkamera ging diesmal nichts verloren, wir hatten alles andere in wasserdichten Fässern verstaut!

Wir nahmen die Panne zum Anlass für die Mittagspause, wir hatten trockene Sachen mit dabei, und einen kleinen Einweg-Grill für leckere Bratwurst. 

 

Unsere weitere Fahrt bis Runkel verlief ohne besondere Vorkommnisse, hier folgen noch einige Eindrücke der Reise. 

Dann endlich kam Runkel in Sicht (Lahn-KM 65). Dieser Ort hat eine schöne Burgruine und eine herrlich verwinkelte Altstadt.  Wir hatten von Weilburg bis Runkel etwa 26 Kilometer zurückgelegt.

Hier in Runkel haben wir unser Boot am Ufer der Lahn zurückgelassen und haben in einer Pension “Thomas” übernachtet, deren Beurteilung ich nur als “differenziert” vornehmen kann, ich denke für eine Übernachtung ist es dort ok, solange man im renovierten Bereich untergebracht ist.......

Bild oben: Dieser Fischreiher war dank Zoom noch zu “erwischen”. Diese scheuen Vögel sind meistens sehr wachsam und fliehen bei Annäherung. Aber wenn man das Boot treiben lässt und den Zoom einsetzt, hält er schon mal still ....

Bild links: Es gibt viele Schwäne auf der Lahn. Sie sind nicht scheu, sollten aber trotzdem in Ruhe gelassen werden. Ihr würdet es doch auch hassen, wenn ständig Touristen durch euer Wohnzimmer paddeln....?.

Hier rechts nochmal ein Blick auf die Ruine von Runkel. Runkel wird von der Lahn in zwei Hälften geteilt, die mit einer urigen Brücke verbunden sind. Am Abend konnten wir an den Strassenlaternen dichte Schwärme von Mücken beobachten, die sich wohl durch die Nähe zum Wasser so zahlreich vermehren.

Von Runkel bis Limburg sind es nur 8 Kilometer Luftlinie, auf der Lahn sind es gut 10 Kilometer. diese Reise starteten wir am nächsten Morgen, bei Lahn-KM 65

Sonntag, 22. Mai 2011. Wir schoben unser Boot am linken Ufer der Lahn ins Wasser, kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Limburg. Die Schleuse hatten wir ja am Vortag bereits durchfahren. Der Start gelang ohne Schwierigkeiten, und bis auf einen kleinen Schwall, der kaum der Erwähnung wert ist, ging es durch die nun sehr ruhige Lahn weiter

Wie schon beschrieben, ist die Lahn hinter Runkel breit und ruhig. So findet man auch einige Bootsstege, an denen Yachten und Boote der etwas betuchteren Bürger liegen.

Insgesamt kommt mir die Lahn sehr viel ruhiger vor, auch die Paddler werden weniger. Wer die Ruhe sucht, ist auf dem Abschnitt ab Runkel vielleicht besser beraten.

Bild links: der Brückenturm von Limburg und die alte Lahnbrücke kommen in Sichtweite; die Landschaft ist herrlich abwechslungsreich und schön!

Wir kamen am Sonntagmittag in Limburg an. Der Campingplatz rechts (Lahn-KM 75,6) wirkte nicht freundlich, da man als nicht-Gast nicht mal anlanden durfte. Grosse Verbotsschilder liessen keinen Zweifel daran, daß man hier nicht willkommen ist. Nun gut. Wir sind etwas weiter Richtung Limburger Schleuse gepaddelt, dann aber gegen den Strom zurück nach Lahn-KM 75,3, wo sich rechts (in Flussrichtung) die Slipanlage befindet. Es gibt Hinweisschilder, und die schräge Betonrampe ist leicht zu bewältigen. Wir setzten hier unser Boot aus, und nachdem wir alles vertäut hatten, liessen wir den Tag mit einer Besichtigung des Limburger Doms ausklingen.

Der Turm des Limburger Doms ist tatsächlich schief! Auf der Rückseite vom  1000 DM Schein ist der Turm leicht nach rechts geneigt. Wofür brauchen wir also einen schiefen Turm von Pisa, wir haben den schiefen Dom von Limburg!

Wenn ich die Lahn bewerten sollte, würde ich sagen : Familienfreundlich uns leicht zu paddeln. Beim Gedränge in den Schleusen sollte man Abstand halten, da manche Boote andere in Bedrängnis bringen können. Für Kinder sind Schwimmwesten daher ein MUSS!
Ansonsten ist die Stimmung prima, ich kann die Lahn wirklich empfehlen

Wetzlar bis Weilburg (ca 22 KM): Stark befahren, toller Tunnel bei Weilburg, viele Schleusen, Doppelschleuse hinter Weilburg, abwechslungsreiche Gegend

Weilburg bis Limburg (ca 10 KM): Die Lahn ist hier eher ruhig und breit. Weniger Paddler, aber mehr Motorboote und Yachten.

 

 

Bericht von Dieter Hucke, Kassel.

Die Aufnahmen wurden gemacht mit der
Panasonic DMC-LZ3,
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