Paddeltour 2008: Werra ab Creuzburg / Thüringen

Teilnehmer der Paddeltour vom 20. Juli 2008 : von links nach rechts :

Dieter Hucke, kurz “die Kamera”
Lissy Sawosch, kurz “unser Antrieb”
Michael Sawosch, kurz “der Chef”
Bernd Hoffmann, kurz “Copilot”

 

Bernd Hoffmann (Bild unten) hatte mit uns Kontakt aufgenommen und wir hatten kurzerhand spontan eine gemeinsame Paddeltour geplant, er brachte ein aufblasbares Air Frame Luftkajak mit. Bernd, es war klasse mit dir!

20. Juli 2008 : An diesem Sonntag startete unsere Paddeltour ab Creuzburg. Dieses kleine Nest liegt ca 15 Kilometer südlich Treffurt in Thüringen, und hat eine bekannte alte Brücke, die allerdings zur Zeit saniert wird.

Es waren etwa 20 Leute da, die alle ins Wasser wollten. Einige hatten ein riesiges Rundboot, das eher an einen aufblasbaren Rettungsreifen für Mähdrescher erinnerte, andere hatten kleine wendige Kanus dabei.

Unsere Tour startete mit zwei Booten, dem Kajak von Michael, (Gatz Mohawk 490 PE) wo Lissy, Michael und ich paddelten, und Bernd paddelte mit seinem Luftkajak neben, hinter und vor uns her.

Auf den folgenden Bildern kann man einen Eindruck von der Einsetzstelle bekommen. Es gab weiter flussaufwärts noch eine weitere Einsetzstelle, wir haben die an der Brücke aber bevorzugt. Hier darf man kostenlos parken, eine kleine Hütte ist dort, und der Weg ins Wasser ist flach abfallend.

Dann gings endlich los, unsere Route sollte von Creuzburg über Mihla, Frankenroda, Falken, Treffurt bis nach Heldra führen. Das sind etwa 30 Kilometer, wobei die offizielle Flußkilometerzählung der Werra erst ab Probsteizella flußabwärts beginnt, einem Ort zwischen Mihla und Falken.

So begann unsere Reise, wir waren relativ allein, nur selten begegneten wir noch anderen Paddlern. Die Werra fliesst eher sehr ruhig, es gab wenig Hindernisse oder Schwalle, die Tiefe schwankte aber sehr stark von 20 Zentimetern bis über einen Meter. Die Werra ist sehr unterschiedlich in ihrer Breite und ihrem Verlauf.  Ich würde sie als friedlich und ruhig bezeichnen. Paddleranfänger müssen nur bei den Wehren die übliche Vorsicht walten lassen, ansonsten gabs keine Stellen, die schwierig gewesen wären.

Bild oben :
Man kann sehen, daß das Wetter sehr unruhig war, wir hatten Sonnenschein, manchmal etwas Regen, insgesamt konnten wir aber froh sein, daß wir kein wirklich schlechtes Wetter hatten. Das Wetter war an diesem Julitag für meinen Geschmack viel zu wenig sommerlich.

Bild unten :
Gegen mittag kamen wir an eine Anlegestelle der Wassersportfreunde Mihla,  wo wir eine kurze Rast einlegten. Wer eine Pause dort einplant, wird gebeten, sich vorher anzumelden.  Wir hatten das nicht gewusst, haben uns dort wohlgefühlt und (wie es sich gehört) keinen Dreck hinterlassen.

Das war also unsere Pause. Wir waren nicht gerade erschöpft, aber immerhin hungrig. Wir hatten belegte Brötchen mit, und natürlich Paddeldiesel, also Kaffee !

Bild unten : Hier kam uns ein Trupp Paddler hinterher, die es allerdings nicht grade eilig hatten. Drei Boote ineinander mit Beinen und Armen verkeilt, trieben seelenruhig die Werra entlang, nur mit einigen Paddelschlägen auf Kurs gehalten. Sollte eine/r von dieser Truppe diese Bilder je sehen, bitte unbedingt im Gästebuch melden ! 

Bild unten : Kurz nach der Anlegestelle der Wassersportfreunde Mihla e.v. kam noch im Ort Mihla das erste Wehr. Man hält sich rechts, setzt das Boot aus und trägt es etwa 50 Meter bis unterhalb des Wehres. Es gab eine grosszügige Aussetz- und Einsetz- stelle mit einem Informationsschild und relativ flachem Ufer, wir hatten keinerlei Probleme

Bild unten: Schwäne mit und ohne Junge haben wir öfters gesehen und in weitem Bogen umfahren. Dank  Zoom konnte diese Aufnahme aus ca 10 Meter Entfernung gemacht werden. Wir haben uns an solchen Stellen oft treiben lassen, um die Tiere nicht zu stören.

Was uns sehr negativ auffiel, war die Wasserqualität der Werra hinter Mihla. Ob das an der Kalilauge liegt, die die Kassler Firma Kali und Salz oberhalb von Gerstungen in die Werra leitet? Wir wissen es nicht.

Zitat aus einem Artikel bei Eschwege.de :

“K+S hat eine bis 2012 befristete Genehmigung, so viel Salzlauge in die Werra einzuleiten, bis am Pegel Gerstungen der Wert von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter Wasser erreicht ist. Umweltschützer halten den Grenzwert für veraltet und verweisen darauf, dass er noch aus Kriegszeiten stammt. Die Werra gehörte bis zum Ende der DDR zu den am meisten belasteten Flüssen Europas.”

In dem Wasser gabs Fische und Wasservögel, aber es trieben ständig kleine Seifenschaumkronen auf dem Wasser, es wirkte auf uns wie kaltes Spülwasser.
Ich persönlich habe kein Verständnis für wirtschaftlich begründete Umweltverschmutzung.

Die Werra hat eine abwechslungsreiche Landschaft. Mal türmt sich zur linken eine hohe Felswand auf, dann steht da ein einsames Haus, dann wieder schippert man an Weiden entlang, hier und da ragt eine alte unterspülte Wurzel ins Wasser, teilweise noch mit Baum obendrauf

Bild rechts und unten : Solche Zeitzeugen kann man oft an der Werra sehen. Alte Brückenpfeiler, an denen oft noch die Ausgleichsrollen aus Stahl oben vor sich hin rosten, eine sichere Zuflucht für manche Vogelfamilie. Wir haben an den Pfeilern öfters mal Grundberührung gehabt;  könnte es sein, daß die Brücken damals gesprengt, aber nie gründlich beseitigt wurden? Wer also an solche Brückenpfeiler kommt, erhöhte Vorsicht!

Von Mihla gings über Ebenhausen, Frankenroda und Probsteizella weiter zu dem kleinen Ort Falken.

In Probsteizella fängt die Kilometerzählung flussabwärts an, also dort ist Kilometer null, bei Falken ist Kilometer 4, Treffurt ist Kilometer 8. Nachfolgend einige Fotos, zwischen Mihla und Falken aufgenommen

Bild rechts: der Campingplatz bei Probsteizella (bei Frankenroda) kündigte sich an. Idyllisch gelegen, mit Boots- und Badestelle, wirkte er auf uns abgelegen und ruhig.
Ein Urlaubstipp? Ja !

Wir näherten uns dem Wehr bei Falken. Das Schild “Wehr nach 300 Meter links” ist etwas verwirrend, ich war jedenfalls der Ansicht, wenn das Wehr links ist, dann muß ich mich rechts halten. Nein!
Richtig ist, man muss VOR dem Wehr links aussetzen. Eine Wasserkarte ist hier wichtig und sinnvoll, aus Copyrightgründen darf ich hier keine hineinstellen. Jedenfalls notieren, bei Falken am Wehr, VOR dem Wehr links aussetzen und umtragen!

Bild rechts: Die Einsetzstelle am Wehr Falken ist gut gepflastert und sinnvoll angelegt, mit reichlich Halteösen und Ruhebänken.
Ein herzliches Dankeschön an die Gemeinde Falken !

Nach dem Wehr gings mit ruhiger Fahrt weiter Richtung Treffurt. Der ca 5 Kilometer lange Abschnitt windet sich durch relativ flaches Gelände ohne besondere Augen-Blicke .....

Bild rechts : Dann kam Treffurt näher, und damit die bekannte Burg Normannstein. Sie ist ein gut sichtbares Wahrzeichen über Treffurt, und in Treffurt machten wir auch eine etwas längere Rast. Es gibt dort eine (momentan) sehr in rot gehaltene Brücke, (Bild unten) hinter dieser 100 Meter links ist eine Anlegestelle.

Bild rechts: Dort kriegt man leider in der Nähe nichts zu kaufen, aber es ist eine Schutzhütte dort mit Tisch und Bänken. Also Proviant mitnehmen!

Bild unten: Letzte Etappe: Von Treffurt nach Heldra mit dem Gedenken an Götz von Berlichingen ....

Im Bild rechts ist unsere Anlegestelle zu sehen, die sich bei Heldra rechts am Wasser zeigt. Oben am Haus erwartet uns eine Wiese mit Sitzbänken, eine alte Steinbrücke, ein Sportplatz und Schrebergärten. Die Leute, die vorbeikommen, würdigen uns kaum eines Blickes. Sie sind offensichtlich an Paddler gewöhnt?


Wir rufen unser “Rückholtaxi” namens Johanna Sawosch an, und beenden diese Tour mit dem Ziel, bald wieder die Paddel ins Wasser zu stecken ..... 

Bericht von Dieter Hucke, Kassel.

Die Aufnahmen wurden gemacht mit der Panasonic DMC-LZ3, 24.07.2008, Thüringen / Hessen

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